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Familie Hartmann lebt für das Schützenfest Generationen prägen den Verein

Familiensache: Drei Generationen der Familie Hartmann sind aktiv bei den Bürgerschützen (v.l.): Matthias, Wilhelm und Peter. Foto: Lieber

Im nächsten Jahr feiert der Sassenberger Bürgerschützenverein sein 175-jähriges Jubiläum. In verschiedenen Serien berichten die Westfälischen Nachrichten dazu. Besonders spannend verspricht dabei der Blick zurück auf alte Schützenfeste zu werden. Welche Besonderheiten gibt es, was haben die Schützen erlebt? Unter dem Titel „Wir sind Schützenfest“ berichten altgediente, aber auch junge Schützen über ihre Erlebnisse.

Von Ulrich Lieber
 

 

Eine echte Familientradition ist das Schützenfest im Hause der Familie Hartmann, die bereits in der vierten Generation einen äußerst prägenden Einfluss auf die Bürgerschützen hat. Wilhelm Hartmann war jahrelang Hauptmann, durfte aber damals nicht König werden. Warum? Seine Frau Käthe hatte etwas dagegen. „Man durfte nur in Uniform schießen, und meine Frau hat mir einfach meine Jacke weggenommen“, erinnert er sich. Dabei hatte er es 1973 auf den Vogel abgesehen, während seine Frau im eigenen Lebensmittelladen mitten in der Stadt arbeitete. „Da kam dann jemand in den Laden und hat ihr gesagt, dass ich den Vogel abschießen will.“ Blitzschnell schloss Käthe den Laden ab, radelte mit dem Fahrrad in den Brook und schnappte sich das Jackett. Und vorbei war es mit dem Schießen. Spätere Versuche waren auch nicht von Erfolg gekrönt. So blieb er, wie sein Vater Bernhard, der lange Jahre Präsident des Vereins war, ohne Königstitel.

Doch seine Nachkommen waren da erfolgreicher. 1985 schoss Sohn Peter den Vogel ab und holte sich als 32-Jähriger den Titel. „Die Feuerwehr hatte 100-jähriges Jubiläum, da habe ich morgens beim Antreten gesagt, dass ich an die Vogelstange gehe und gefragt, ob die Kameraden den Hofstaat bilden würden“, erinnert sich Peter. Dabei hatte er Riesenkonkurrenz, denn der Pfarrcäcilienchor hatte 90-jähriges Bestehen und das gleiche vor. Aber mit geballter Power, denn Peter musste es alleine mit neun Chormitgliedern aufnehmen – und gewann.

Genau 25 Jahre später, passend zum Jubiläum, schlug dann Matthias Hartmann zu und wiederholte den Triumph seines Vaters. „Ich durfte zum ersten Mal schießen, denn ich war gerade 25 geworden“, sagt Matthias, der auf Anhieb eine große und erfahrene Konkurrenz an der Vogelstange in die Schranken wies. Natürlich war dies auch gleichzeitig das 125-jährige Jubiläum der Feuerwehr, in der Matthias Hartmann ebenfalls aktiv ist. Damit ist die Feuerwehr derzeit mit fünf Königen an der Spitze der Liste, wird aber hart verfolgt vom Kegelclub „Die Bewämmsten“.