sidetitle 2017

Das zweite Wochenende im Juli
gruppenbild-vorstand-sassenberg.JPG
 
Seit etlichen Jahrzehnten stehen an diesem Datum in Sassenberg die Räder still. Die Geschäfte haben, wenn überhaupt, kurz geöffnet; viele Firmen geschlossen. Kein Wunder, denn es ist - der oft scherzhaft genannte – „höchste Sassenberger Feiertag“: Schützenfest.
 
Bis Mitte März hätte auch niemand daran gezweifelt. Warum sollte nicht sein, was ewig so war. Das Sassenberger Schützenfest, eingemeißelt in den Terminkalender aller Sassenberger... und dann kam Corona.
 
Am Anfang war noch die Hoffnung da, „dass sich das bis Mitte Juli alles erledigt hat“, aber aus der Hoffnung wurde langsam die Gewissheit: „Das mit dem Schützenfest wird dieses Jahr nichts.“ Erst recht nicht, seit vor wenigen Tagen die Pandemie mit voller Härte im benachbarten Kreis Gütersloh zuschlug und die Kreise Gütersloh und Warendorf in der Folge in einen Ausnahmezustand versetzt wurden.
 
Selbstverständlich – und daran gibt es keinen Zweifel – geht die Gesundheit aller Schützen und Bürger vor. Sorglosigkeit ist und wäre in diesen Tagen ein schlechter Ratgeber. Festzelt mit Tanz, dicht gedrängt Schulter an Schulter an der Theke – undenkbar in diesem Sommer. Aber kann es nicht doch ein wenig Feststimmung, ein „bisschen“ Schützenfest geben?
 
Wer würde sich nicht freuen, wenn zum Schützenfestwochenende Wimpelketten und Fahnen die Häuser schmücken. „Wenn schon nicht feiern, dann wenigstens daran denken.“ Oder sollte man sagen: „Wenn schon nicht gemeinsam feiern, dann –natürlich unter Einhaltung aller relevanten Abstands- und Hygieneregeln- vielleicht im kleinen familiären Rahmen“.
 
Der Vorstand und der amtierende König Thomas Stratmann mit seiner Königin Irmgard, wünschen sich, dass auf jeden Fall verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen wird und freuen sich gleichzeitig über jeden Beweis, dass Schützenfest am zweiten Wochenende im Juli in Sassenberg nicht vergessen wird.
Wenn zum Beispiel am 11/12. oder 13. Juli ein familiäres Grillen stattfindet – warum nicht in Schützenkluft? Warum nicht am Montagmorgen mit der Familie ein „Schützenfrühstück“ feiern? Wenn Schütze mit dem Auto zum Einkaufen fährt –warum nicht mit Marschmusik? Der Schützenverein freut sich über jedes Foto, das ihn von solchen privaten Aktivitäten erreicht und wird sie auf der Homepage des Vereins veröffentlichen.
 
Präsident Franz-Josef Ostlinning fasst die Situation treffend zusammen: Natürlich sind wir alle traurig, dass wir nicht gemeinsam Schützenfest feiern können. Aber auch wenn ganz viele Dinge untersagt und damit nicht möglich sind – „Fröhlich sein“ ist nicht verboten! Horrido!“

 

Hoffen auf grün-weißen Rahmen
 
Sassenberger-Schuetzen-Erinnerung-an-die-Jubilaeums-Regenten-Hoffen-auf-gruen-weissen-Rahmen_image_1024_width.jpgSassenberg - Am zweiten Juli-Wochenende – da war doch was? Ja, traditionell eigentlich die „höchsten weltlichen Feiertage“ in der Hesselstadt. Diesmal aber leider nicht. Corona hat den Sassenberger Schützen den Höhepunkt des Jahres vermasselt. Jetzt hoffen die Aktiven zumindest noch auf eine grün-weiß geschmückte Stadt und die eine oder andere Überraschung.

Vor einigen Wochen, in einer Zeit, in der die Vorbereitungen fürs Schützenfest angelaufen waren, hatte der Vorstand schweren Herzens das Fest aufgrund der Corona-Pandemie absagen müssen. In der 181-jährigen Geschichte des Vereins gab es nicht viele Jahre ohne Schützenfest.

Ausnahmen waren die Kriegsjahre und das Jahr 1923. Aber wegen einer Pandemie – das ist ein Novum. Seitens des Vereins ist man nun gespannt, wie Mitglieder, Formationen und Musiker dem zweiten Juli-Wochenende vielleicht doch einen würdigen und grün-weißen Rahmen verleihen werden. Ob Fahnenschmuck, Online-Paraden live aus einigen Gärten oder Musikzüge, die für gute Laune sorgen – der Fantasie sind nur Abstands- und Hygieneregeln gesetzt. Und so hofft man beim Verein auf das „mit Abstand beste Wochenende des Jahres“. Es könnte ein Motivationsschub fürs Schützenfest 2021 sein.

Natürlich wird an die Jubiläums-Regenten in diesem Jahr erinnert. Vor 50 Jahren, 1970, schoß der inzwischen verstorbene Franz Deitert den Vogel ab und erkor sich Brigitte Böckenholt zu seiner Königin. Zur absoluten Krönung heiratete er sie dann auch noch im Regentenjahr. Dem Thron gehörten seinerzeit Klaus Grassner und Ingrid Bösing, Paul Lackamp und Maria Mirlenbrink, Heinz Uphoff und Annette Köckemann, Werner und Agnes Holtkemper, Franz und Hilde Pohl, Clemens und Monika Brameyer sowie Joachim und Inge Knabe an.

1995, also vor 25 Jahren, erledigte der inzwischen ebenfalls verstorbene Karl Fischer den Holzvogel und holte sich seine Ehefrau Elke als Königin an seine Seite. Die Throngesellschaft bildeten Bernhard und Christiane Kunstleve, Norbert und Marion Fischer, Manfred und Gabriele Wiewel, Helmut und Monika Wiewel, Bernhard Jäger und Rosi Hilbrand-Jäger, Michael und Petra Baumjohann, Antonio und Ursula Aprile, Heiner und Christel Maßmann, Heinz-Josef und Maria Kuhlenkötter sowie Alfred und Bärbel Blömker. Obwohl der Schießstand auch nach der Erneuerung in jenem Jahr für alle Waffen geeignet ist, kam es ausgerechnet in diesem Jahr zu einem äußerst kurzen Ringen um die Königswürde. So lange man sich erinnern kann, hatte es das nicht gegeben, dass der Vogel mit dem Kleinkalibergewehr und nicht mit dem Schrotgewehr abgeschossen wurde. Das kam gewöhnlich frühestens ab 11.30 Uhr zum Einsatz kam. 1995 aber gelang es Karl Fischer, den Vogel um 11.28 Uhr und nach insgesamt nur 210 Schüssen mit dem kleinen Kaliber zu erlegen.